Die Gedenkstätte Frøslevlejren
Maybritt Hansen, Berlin
Wenige Kilometer nördlich der deutsch/dänischen Grenze, bei Pattburg in der Frøslev Plantage befindet sich die Gedenkstätte Frøslevlejren. Die Entstehung ist mit einem der schicksalsträchtigsten Daten in der Geschichte der deutschen Besatzung verbunden.
Im August 1943 wurde das dänische Heer und die Flotte außer Gefecht gesetzt, die Regierung und das dänische Folketing brachen definitiv die Kooperation mit der Besatzungsmacht ab. Die Besatzungsmacht verschärfte den Kurs gegenüber dem langsam aufkeimenden dänischen Widerstand. Die Folgen waren Festnahmen, Hinrichtungen und Deportation nach Deutschland.
Das Internierungslager
Die Regierung konnte mit dem Direktor des Außenministeriums, Nils Svenningsen, an der Spitze erreichen, dass nördlich der deutsch/dänischen Grenze ein Internierungslager eingerichtet wurde, wo dänische Staatsbürger gefangen gehalten wurden.
Von deutscher Seite wurde versprochen, dass die Deportationen in Gefängnisse und KZ's in Deutschland aufhörten.
1944 wurde das Lager in Gebrauch genommen. Etwa 750 Widerstandskämpfer kamen als erste Gefangene in das Lager. Das Lager war eine Mischung aus deutschem Konzentrationslager und dänischem Gefängnis.
Es wurde von Deutschen gebaut und von der dänischen Regierung und dem Gefängniswesen unterhalten.
Frøslevlejren war für 1500 Gefangene konzipiert, da aber viele Wiederstand gegen die deutsche Wehrmacht leisteten, waren im Frühjahr 1945 etwa 5000 Gefangene im Lager untergebracht.
Insgesamt sind etwa 12.000 Gefangene in Frøslevlejren inhaftiert gewesen.
Es herrchste relativ freie Bewegungsfreiheit auf dem Gelände, auch wenn man Zwangsarbeit leisten sollte. Für die Verpflegung der Gefangenen war die dänische Gefängnisverwaltung zuständig, diese war reichlich und nahrhaft. Im Vergleich zu den deutschen KZ's waren die Verhältnisse in Frøslev paradiesisch.
Die Zwangsarbeit
Die Gefangenen mussten Zwangsarbeit verrichten. Die Zwangsarbeit bestand darin, die Dächer zu reparieren, Matten zu flechten, zu graben u.s.w. Die Gefangenen waren jedoch nicht besonders arbeitswillig, es sei denn die Arbeit kam dem Lager zugute. Als die Gefangenen Panzersperrungen südlich der Grenze graben sollten, zerstörten sie die Spaten, die sie benutzten.
Die Befreiung
Nach der Befreiung am 5. Mai 1945 wurde Frøslevlejren nicht geschlossen, sondern diente unter dem Namen "Lager Faarhus" immer noch der Internierung deutscher oder deutschstämmiger Spitzel ,sowie dänischer Kollaborateure. Bis 1949 wurde das Lager so weiter betrieben. Danach diente das Lager als Kaserne, bis es 1968, vom Zivilschutzamt übernommen wurde. Bis zum Jahre 1975 wurde das Lager für die Zivilschutzausbildung betrieben.
Die Gedänkstätte
Am 20. Jahrestag der Befreiung Dänemarks, hatten ehemalige Gefangene bei einem Treffen im Lager beschlossen, ein Museum zu gründen.
Es gelang, den Zentralen Wachturm und die Baracke H4 als Museum einzurichten.
Ein Teil der Räume sind so erhalten wie sie im Jahr 1945 waren. In einigen Räumen befindet sich eine Ausstellung über die Geschichte des Lagers. Heute ist Frøslev eine offizielle Gedenkstätte für die Gefangenen im Jahr 1945. Das Lager ist das besterhaltene deutsche Internierungslager in Westeuropa, mit schönen Rasen und restaurierten Baracken - trotzdem kann man immer noch einen Eindruck vom Aussehen in der Kriegszeit bekommen und die Räumlichkeiten besichtigen.
Weitere Informationen unter: Frøslevlejren
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