Telefonieren mit dem Handy in Dänemark

 

Rainer Schöbe, Berlin

 

Viele möchten es auch im Urlaub nicht mehr missen: das Mobiltelefon. Doch vor Nutzung im Ausland sollte man sich über drei grundlegende Dinge im klaren sein:

 

1) Man nutzt nicht mehr das deutsche Heimatnetz, sondern ein dänisches Gastnetz und zahlt daher letztlich dessen Preise, wobei die Gebühren nach wie vor mit der monatlichen Rechnung oder über das Prepaid-Konto abgebucht werden.

 

2) Da man weiterhin unter der gewohnten deutschen Rufnummer erreichbar ist, zahlt man - quasi "ab der Grenze" - auch für eingehende Gespräche. Es haben sich schon Leute ausgiebig anrufen lassen bekamen dann nach dem Urlaub die dicke Rechnung.

 

3) Die Mailbox (auch Mobilbox oder Anrufbeantworter genannt) vereint beide obigen Gefahren, denn bei eingehenden Gesprächen, die dann (z.B. nach 25 Sekunden) zur Mailbox weitergeleitet werden, zahlt man a) für die Weiterleitung nach Dänemark und b) für die Weiterleitung zurück auf die Mailbox, die technisch gesehen in Deutschland sitzt.

 

 

 

Nun kann man sagen, daß man sich im Urlaub, was das Handy angeht, stark einschränken möchte.

Erfahrungsgemäß klappt das selten: Man muß seinen Eltern/Kindern zu Hause mitteilen, daß man gut angekommen ist, und dann erzählt man von Erlebnissen auf der Reise, von der tollen Unterkunft, der schönen Landschaft, dem super Wetter, und schon sind zehn Euro vertelefoniert. Dann ruft die nette Bekannte an, mit der man schon so lange nicht mehr gesprochen hat, und nach wenigen Minuten sind die nächsten zehn Euro weg.

 

Dänische Prepaid-Karte

Vorteile kann es da haben, sich für den Urlaub eine dänische Prepaid-Karte zu kaufen. Man bekommt sie für nur ca. 13 Euro mit ca. 13 Euro Guthaben. Wichtig ist, daß man kein Handy mit SIM-Lock hat, denn bei solchen Geräten werden nur bestimmte SIM-Karten (so heißen die Kärtchen für Mobiltelefone), meist nur die des entsprechenden Betreibers, angenommen.

Überprüfen läßt sich dies, indem man beispielsweise in sein D1-Handy einmal kurz eine D2-Karte eines Bekannten einlegt und versucht, das Gerät einzuschalten. Fragt das Handy nach einem Sperr- oder Netzcode, ist es durch einen SIM-Lock gesperrt und eine dänischen Prepaid-Karte läßt sich damit nicht betreiben.

 

Warum soll man diesen "Aufwand" treiben?

- Weil man unter einer dänischen Rufnummer erreichbar ist, ohne für ankommende Gespräche mitzahlen zu müssen. Aus dem deutschen Festnetz sind mittlerweile Gespräche in dänischen Mobilnetze selten teurer als zu deutschen Handynummern.

 

- Weil man vor Ort erheblich günstiger telefonieren kann, wenn man z.B. Tischreservierungen vornehmen oder nach Öffnungszeiten fragen möchte. Fährt man mit mehreren Parteien in den Urlaub, kann man sich wesentlich günstiger untereinander verständigen. Einsparungen von fast 90% sind möglich.

 

- Weil man sich vor unbeliebten Anrufen im Urlaub schützen kann, indem man die neue dänische Mobilnummer nur denen mitteilt, für die man erreichbar sein möchte. Wenn man weiterhin für alle erreichbar sein möchte, kann man auf dem heimischen Anrufbeantworter oder der deutschen Mailbox die vorübergehende Rufnummer hinterlassen. Dies sollte man aber so geschickt machen, daß nicht Einbrecher auf den Plan gerufen werden.

 

Welche Prepaidkarte wählen?

Bei der Wahl der dänischen Prepaid-Karte sollte man neben den wichtigen Gesprächs- und Datenpreisen auch die Laufzeit ohne Nachladung beachten, die zwischen einem und zwölf Monaten variiert. Außerdem nützt einen die schönste dänische Prepaid-Karte nichts, wenn man gerade im eigenen Feriendomizil das gewählte Netz nicht empfangen kann.

Die aktuelle Standard-Empfehlung ist die "MobilTid" von TDC Mobil, weil man hier das i.a. bestausgebaute Netz nutzen kann und zwölf Monate "Lebenszeit" für die Karte bekommt. Für Gruppen kann sich die "JustTalk" von orange.dk lohnen, bei der man in eine festzulegende Gruppe sehr günstig telefonieren kann. Bei gegebener Netzabdeckung kann auch die "Cash" von Telia DK lohnenswert sein.

 

Wo kann ich die Prepaid-Karte kaufen?

Kaufen kann man die Karten vor Ort z.B. in Supermärkten, an Tankstellen und im Elektrohandel. Möchte man schon vor dem Urlaub seine dänische Nummer kennen, kommt man nicht drum herum, sich die Karte über das Internet zu kaufen und zuschicken zu lassen.

Alternative zu einer Prepaid-Karte

Wer häufiger (ab 3-4 Mal jährlich) in Dänemark ist und dort vielleicht auch Bekannte dort hat, sollte über die sogenannten Internetabonnements (z.B. Telmore und CBB) nachdenken. Bei denen gibt es neben günstigsten Preise für Gespräche, SMS und MMS die Möglichkeit, zu erträglichen Preisen Datendienste wie HSCSD und GPRS zu nutzen.

Voraussetzung ist hier allerdings die Angabe einer dänischen Adresse oder sogar einer CPR-Nummer (CPR = Zentrales Personenregister).

 

 

 

© Mai 2004 DK-forum.de

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