"Jul - Weihnachten in Dänemark!
Maybritt Hansen, Berlin
Man lernt andere Länder unter anderem durch die landestypischen Traditionen und Feste kennen.
Oft bin und werde ich als Dänin in Deutschland gefragt, wie denn die Dänen Weihnachten feiern. Nun, so allgemein kann man das nicht sagen, es gibt sicherlich Unterschiede von Region zu Region, aber so einiges lässt sich doch zusammenfassen:
Advent wird meistens mit dem Adventskranz gefeiert.
Jeden Sonntag ab dem 4. Sonntag vor Weihnachten wird eine Kerze angezündet und am 4. Sonntag brennen alle 4 Kerzen.
Ab dem 1. Dezember wird dann eine Kerze, die in 24 Tage eingeteilt ist, angezündet und das erste Türchen vom Weihnachtskalender geöffnet.
Im Fernsehen wird für Kinder (und Erwachsene) der erste Teil der jährlichen "Weihnachtsgeschichte" oft mit "Nisser" gesendet.
Am 13. Dezember wird Lucia gefeiert.
Das Licht kehrt zurück (Im Mittelalter war der 13.12 Wintersonnenwende) und die Tage werden langsam heller. In den Schulen, Kitas und in einigen Altenheimen ist es Tradition, dass die ganz in weiß gekleidete Lucia-Braut mit Kerzen in einem Kranz auf dem Kopf die Dunkelheit erhellt. Ihr folgt eine kleine Schar Kinder in weißem Gewand mit Kerzen in den Händen, die das Lucia-Lied singen.
Der 23. Dezember ist der "kleine Heiligabend".
Oft wird jetzt der Weihnachtsbaum geschmückt, die Vorbereitungen zum Heiligabend sind im vollem Gange und es wird dänischer Glögg getrunken.
Am 24. Dezember gehen viele tagsüber in die Kirche.
Abends steht das Weihnachtsessen auf dem Programm. Entweder gibt es Gans, Ente, Pute oder Schweinebraten, dazu werden Rotkohl und braune Kartoffeln (Kartoffeln gekocht und auf der Pfanne in Zucker angebraten) serviert.
Als Nachtisch gibt es den beliebten "Ris a´lámande" mit einer ganzen Mandel und mit Kirschsoße darüber, wer das Glück hat die ganze Mandel zu finden, der bekommt ein Geschenk.
Nach dem Essen werden die Kerzen am Weihnachtsbaum angezündet, gesungen und vielleicht auch um den Baum herum getanzt. Danach gibt es die Geschenke.
In Bauerhöfen gab und gibt es immer noch den Brauch, eine große Schüssel mit Griesbrei auf dem Spitzboden zu stellen. Diese Köstlichkeit soll das Weihnachtsessen für die dort lebenden "Nisser" sein, um sie gut zu stimmen, damit sie das restliche Jahr nicht zur Plage werden.
Die Familie trifft sich am 25. Dezember wieder zum großen kalten Büffet mit kleinen warmen Speisen. Natürlich fehlt der Hering nicht, der muss ja am besten in Bier und Schnaps "schwimmen".
Der 26. Dezember ist bei vielen genau wie der 25., nur dass man bei einer anderen Person feiert.
Weihnachten in Dänemark ist ein Fest der Familie, hier kommt das Wort "hygge" zur Geltung.
Wenn es nach Weihnachtsgebäck riecht, die Kerzen brennen und der Glögg schön warm ist, dann ist es besonders "hyggeligt" in Dänemark.
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