Bürokratische Probleme beim Hauskauf

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Jakobine
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Bürokratische Probleme beim Hauskauf

Beitrag von Jakobine »

Hallo liebes Forum,

Ich bin seit 6 Jahren wegen meines Hobbies jeden Sommer in Dänemark und habe dort inzwischen einen Freund.
Nun hab ich das perfekte Haus gefunden, möchte es gerne kaufen und dort leben. Ich habe mich kundig gemacht, was es bürokratisch dafür benötigt und wollte erstmal einen Antrag auf Aufenthaltsgenehmigung für EU Bürger stellen. Dieser muss allerdings persönlich in einem der SIRI Büros vorbeigebracht werden. Abgesehen von dem Aufwand, wenn man in Mitteldeutschland wohnt, kommen jetzt ja die Corona-Beschränkungen hinzu. Das heißt, ich müsste warten bis ich wieder einreisen darf und den Antrag dann abgeben, oder?
Die Bearbeitung benötigt dann ca. 30 Tage, somit wären wir möglicherweise bereits bei Mai und das Haus vielleicht schon verkauft, bevor ich überhaupt ein Kaufangebot abgeben kann.
Oder kann ich das Angebot abgeben, bevor ich den Antrag abgebe? Ein Kaufangebot ist doch bindend, oder?
Mein Antrag basiert auf "ausreichende finanzielle Mittel", will heißen, ich habe keine Ahnung, ob er genehmigt wird.
Leider blicke ich nicht richtig durch, und habe ein bisschen Angst, dass mein Traumhaus weg ist, bis ich mit der Bürokratie durch bin.
Kann mir jemand einen Tipp geben, wie es schneller geht?

Lieben Dank
Jakobine
gerdson
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Re: Bürokratische Probleme beim Hauskauf

Beitrag von gerdson »

Du kannst den Kaufvertrag unter den Vorbehalt stellen, dass Dir die Aufenthaltsgenehmigung erteilt wird. Haben wir damals auch so gemacht. Natürlich mit einer angemessenene Frist, und der Verkäufer muss einverstanden sein. Die anfallenden Kosten bei Nichtzustandekommen, also das finanzielle Risko sind dann sehr überschaubar.
Jakobine
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Re: Bürokratische Probleme beim Hauskauf

Beitrag von Jakobine »

Danke für die Info. Das hilft mir schon sehr.

Eine andere Frage die ich mir stelle ist: Wenn ich nach dem Hauskauf irgendwann mal zu meinem Freund ziehen würde, der in der Nähe einen Hof besitzt, könnte ich dann mein Haus vermieten? Oder ist mir das als Deutsche nicht erlaubt bzw. muss ich selbst drin wohnen?
gerdson
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Re: Bürokratische Probleme beim Hauskauf

Beitrag von gerdson »

Wenn Du in Dänemark mit gültiger Aufenthaltsgenehmigung wohnst und unbeschränkt steuerpflichtig bist, kannst Du m.E. alles tun, was ein Däne auch kann. Auf dem platten Land ist Vermietung eher unüblich, die Risken für den Vermieter sind vergleichbar mit denen in D, die Besteuerung ist nicht vergleichbar - da musst Du Dich dann schlau machen.
Jakobine
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Re: Bürokratische Probleme beim Hauskauf

Beitrag von Jakobine »

So, ich bin inzwischen einen Schritt weiter und habe eine Aufenthaltsgenehmigung als EU Bürger, kann also ein Gebot für das Haus abgeben.
Bis jetzt gibt es noch keine Gebote und ich fühl mich recht unsicher was beim Bieten in Dänemark so üblich ist.
Der angegebene Preis liegt bei 890 000 DKK, man kann allerdings einsehen was das Haus beim letzten Verkauf ( vor 10 Jahren) gekostet hat und da lag es bei 620 000. Das Dach müsste nun aber komplett neu gemacht werden. Wäre es denn vermessen den alten Verkaufspreis zu bieten oder kann ich sogar so niedrig bieten wie ich möchte? Was ist denn üblich?
Klitrose
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Re: Bürokratische Probleme beim Hauskauf

Beitrag von Klitrose »

Das hängt vom Markt ab und deinen Mitteln.

Wichtig isg hier die liggetid. Das ist die Zeit, die der Verkäufer versucht das Objekt loszuwerden.
Ich würde zwischen 5 und 10% unter dem gewünschten Preis bieten und das mit dem Dach begründen.
Außerdem gibt es ja den tilstandsrapport.Dein Freund lebt ja dort, er sollte den Markt besser einschätzen können, als die meisten Forumler hier.
Bei und in der Ecke wurden in letzter Zeit Häuser ÜBER dem geforderten Preis verkauft, weil derMarkt für Ferienhäuser boomt.
Jakobine
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Re: Bürokratische Probleme beim Hauskauf

Beitrag von Jakobine »

Also die liggetid beträgt derzeit 122 Tage. Es handelt sich auch nicht um ein Ferienobjekt, sondern um ein Wohnhaus, ein altes Bauernhaus mit Reetdach. Das scheint vielen zu viel Arbeit zu sein.
Was mich verunsichert ist der Ablauf dieser Bieterverfahren. Kann ich denn Nachbieten, oder bin ich raus, wenn mein Preis nicht zusagt?
Und sollte er zusagen, bin ich dann an mein Angebot gebunden, oder kann ich innerhalb von 2 Wochen nachjustieren?

Mein Freund kennt sich leider mit dem Markt nicht so aus. Er besitzt seit 13 Jahren ein Haus und hat das derzeit nicht mehr auf dem Schirm.

Ich danke Euch, ihr helft mir sehr :)
Pippilotta
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Re: Bürokratische Probleme beim Hauskauf

Beitrag von Pippilotta »

5-10 % unter dem gewünschten Preis zu bieten ist durchaus üblich. Wir haben seinerzeit minus 8% geboten und haben uns auf minus 6% geeinigt. Dann haben wir das Haus von einem Bausachverständigen begutachten lassen und haben einen Mangel am Dach festgestellt. Das hat nochmals einen Nachlass von 5% ergeben.

Beim Bieten darauf achten, dass wenn es ein verbindliches Gebot ist, unter dem Vorbehalt zu bieten, dass man keine gravierenden Mängel feststellt. Eventuell auch Finanzierungsvorbehalt, falls man nicht das nötige Kleingeld irgendwo herumliegen hat :D

Ansonsten ein unverbindliches Angebot abgeben.

PS: bei Häusern mit Reetdach kann es Probleme geben, eine Wohngebäudeversicherung zu bekommen. Und wenn man diese bekommt, ist diese durchaus sehr teuer. Also bei den Vorbehalten auch an die Versicherung denken.
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