Tötung von mehr als 1400 Delfinen vor den Färöer Inseln

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Touri
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Tötung von mehr als 1400 Delfinen vor den Färöer Inseln

Beitrag von Touri »

https://www.tagesschau.de/ausland/delfi ... n-101.html

Tötung von mehr als 1400 Delfinen vor den Färöer Inseln

Mich macht der Bericht fast sprachlos und bitte über den Artikel hinausgehende Informationen, z. B. - was die dänische Bevölkerung und dänische Regierung etc. dazu meinen -aber natürlich auch die Mitglieder dieses Forums.
Das „Traditionsargument“ erscheint mir nicht überzeugend, auch nicht eventuelle Hinweise auf Schlimmeres.

Touri
Jørg
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Re: Tötung von mehr als 1400 Delfinen vor den Färöer Inseln

Beitrag von Jørg »

Und wieviel Schweine wurden gestern in D geschlachtet?

Wo bleibt diese Nachricht, ich bin einfach sprachlos!
Tatzelwurm2
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Re: Tötung von mehr als 1400 Delfinen vor den Färöer Inseln

Beitrag von Tatzelwurm2 »

Diese Diskussion haben wir hier im Forum regelmässig mit immer den gleichen Argumenten
dafür oder dagegen.
Deshalb ist das für mich keine Sache für deutsche Touristen die nach DK fahren sich darüber aufzuregen.
Es kümmert ja auch nicht jeden, wenn in Norwegen oder Japan Wale für den
"Eigenverbrauch" getötet werden.

Detlef
Hendrik77
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Re: Tötung von mehr als 1400 Delfinen vor den Färöer Inseln

Beitrag von Hendrik77 »

Alle Jahre wieder gibt es diese Empörung / Diskussion, aber geändert hat sich bis jetzt jedenfalls nichts. https://www.dr.dk/nyheder/indland/drab- ... faeroeerne https://nyheder.tv2.dk/samfund/2021-09- ... 8-delfiner https://www.nordschleswiger.dk/de/daene ... e-getoetet https://www.dw.com/de/delfin-schlachtun ... a-59184984
Hier die Meinung einiger User von vor 3-5 Jahren dazu. viewtopic.php?f=11&t=30964&hilit=Walfang&start=165
Med venlig hilsen
Hendrik77
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Touri
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Re: Tötung von mehr als 1400 Delfinen vor den Färöer Inseln

Beitrag von Touri »

Auch wenn Diskussionen zum Walfang schon stattgefunden haben, so enthält der Artikel doch neue Hinweise auf die Problematik und Entwicklungstendenzen:

"Ein Blick in die Statistiken des zuständigen Ministeriums zeigt: In den vergangenen 20 Jahren wurden nie so viele Delfine getötet, nicht mal ansatzweise."

https://www.tagesschau.de/ausland/delfi ... n-101.html

@Hendrik: Vielen Dank für die Links mit den Hintergrundinformationen.

@Jørg: Ich schrieb ja bereits, dass Hinweise auf andere Probleme nicht gerade überzeugend sind-… Whataboutism. Dennoch passt das ja ganz gut zu Teilen des Artikels:

„"Es ist wie ein Schlachthaus im Freien. Man sieht das Blut, das Meer ist rot gefärbt, man sieht die Todeszuckungen der Wale. Aber was passiert denn im Schlachthof? Das Gleiche, aber verborgen hinter dicken Mauern. Schweine sind auch sehr intelligente Tiere. Deshalb ist es moralisch besser, Walfleisch zu essen als Schweinefleisch."“
https://www.tagesschau.de/ausland/delfi ... n-101.html

@ Tatzelwurm: Es geht vielleicht nicht nur um Eigenverbrauch:

"Es ist das größte Massaker an Meeressäugetieren, das jemals dokumentiert wurde. Dieses gesamte Fleisch kann sehr wahrscheinlich gar nicht von den Färöern konsumiert werden. Man muss davon ausgehen oder befürchten, dass der Großteil entsorgt wird oder meinetwegen in irgendwelchen Buchten verschwindet."
https://www.tagesschau.de/ausland/delfi ... n-101.html
Die jungen Mitteleuropäer
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Re: Tötung von mehr als 1400 Delfinen vor den Färöer Inseln

Beitrag von Die jungen Mitteleuropäer »

Die Grindwaljagd ist selbst auf den Färöern mittlerweile heftig umstritten. Und natürlich wird die Außendarstellung gegenüber dem Rest der Welt nicht schulterzuckend ignoriert. Hier schaden wenige ewiggestrige Menschen unter dem Deckmantel einer überholten "Tradition" aus der Wikingerzeit den Tieren, der Natur, der Gesundheit der Mitmenschen, an die man ja so "großzügig" das Walfleisch verschenkt (offenbar will es ja auch niemand kaufen) und dem Ansehen einer ganzen Nation.
Die Tötung von 1.428 Delfinen führt zu massiver Debatte auf den Färöer Inseln

[...]"Mir wird schlecht bei solchen Bildern. Das erweckt den Eindruck, als gäbe bei uns nichts zu essen", schreibt ein färöischer User auf Facebook angesichts der Bilder massenweiser getöteter Delfine am Kai. [...] Die Kritik ist nicht auf die sozialen Medien beschränkt. Sogar der ehemalige Vorsitzende des Grindamannafelagid, Den Færøske Forening for Grindefangst (dem färöischen Verein für Grindwalfang), der für den Erhalt der Grindwalfangtradition kämpft, sieht mit der Tötung 1.428 Delfinen die Grenze überschritten. "Ich bin schockiert - das zerstört alle Arbeit, die wir für den Erhalt der Grindwaljagd geleistet haben", sagt Hans Jacob Hermansen gegenüber dem öffentlich-rechtlichen Sender Kringvarp Føroya. [...] Auch der aktuelle Vorsitzende des färöischen Vereins für den Grindwalfang, Ólavur Sjúrdarberg, übt Kritik. Gegenüber In.fo erklärte er, dass er von Einheimischen kontaktiert worden sei, die über die Geschehnisse verärgert gewesen wären. Er ist der Meinung, dass dieses Ereignis dem Ruf der Färöer im Ausland schaden und sich langfristig als Todesstoß für die Grindwaljagd allgemein erweisen könnte.

DR Nyheder, 14.09.2021: Drab på 1.428 delfiner vækker stor debat på Færøerne https://www.dr.dk/nyheder/indland/drab- ... faeroeerne
Offenbar ist der Blutrausch der teilnehmenden Jäger ja völlig aus dem Ruder gelaufen. So lautet die Kritik selbst des lokalen Walfangfunktionärs vom Skálafjørdur (Skålefjorden), dass die Menge der Delfine viel zu groß für die geringe Anahl der schlachtenden Delfinjäger am Strand gewesen sei, was zu einer Verlängerung des Leidens der Tiere geführt habe.

Dabei rät selbst die zuständige Lebensmittelbehörde vom Verzehr des Delfinfleisches ab:
Vor allem aber tun sich die Färinger keinen Gefallen damit, das Fleisch tatsächlich zu essen. Schon in den letzten Jahren hatte die Gesundheitsbehörde der Färöer allenfalls einen Verzehr von nicht mehr als zweimal jährlich empfohlen und Schwangeren wegen möglicher Schädigungen des Fötus ganz davon abgeraten. Vor einem Monat warnte sie, das Fleisch sei mittlerweile derart von Umweltgiften belastet, dass es aus medizinischer Sicht für menschlichen Genuss gänzlich ungeeignet sei. "Es ist sehr bedauerlich, dass wir diese Empfehlung geben müssen. Grindwale haben viele Färöer über Jahrhunderte hinweg am Leben erhalten", erklärte die Behörde damals.

Die Tiere, die am Ende der Nahrungskette stehen, sind so massiv mit Umweltgiften wie Quecksilber, PCB, Kadmium und Pestiziden vollgestopft, dass den FleischkonsumentInnen bleibende gesundheitliche Schäden drohen. Schon im Jahr 2000 hatte eine Langzeitstudie eine auffallend hohe toxische Belastung der BewohnerInnen der Färöer nachgewiesen.


taz, 06.01.2009: Walmassaker als Volksfest https://taz.de/Tradition-auf-den-Faeroe ... /!5170075/
Die unheilvolle Verbindung zwischen Grindwalfleisch und Parkinson erlang große Aufmerksamkeit, als 1995 in einer Untersuchung nachgewiesen wurde, dass die Zahl der Parkinson-Erkrankungen auf den Färöern im Vergleich mit Dänemark oder anderen Ländern doppelt so hoch lag.

ING.dk, 10.04.2009: Dänische Forscher weisen Zusammenhang zwischen Grindwahlfleischverzehr der Färinger und Parkinson nach - Dansk forsker slår fast: Færinge får Parkinson af at spise grindehvaler https://ing.dk/artikel/dansk-forsker-sl ... aler-97762
Am 1. Juni 2011 gab die färöische Behörde für Veterinärwesen und Lebensmittelsicherheit, Heilsufrøðiliga Starvsstovan, eine neue Empfehlung für den Verzehr von Walfleisch heraus, nachder Erwachsene sich auf höchstens eine Mahlzeit Walfleisch oder Walspeck pro Monat beschränken sollten. Komplett abgeraten wird von jeglichem Verzehr von Wal-Nieren und Wal-Leber.
Spezielle Einschränkungen gelten für Mädchen und Frauen im gebärfähigen Alter. Bis zum Abschluss der Familienplanung und -vollendung sollten Mädchen und Frauen komplett auf den Verzehr von Wal-Speck verzichten. Komplett vom Walfleisch abgeraten wird zudem allen Schwangeren und Stillenden sowie Frauen mit Kinderwunsch mindestens drei Monate vor Beginn einer Schwangerschaft.


Wikipedia Dänemark: Grindefangst, abgerufen am 16.09.2021 https://da.wikipedia.org/wiki/Grindefangst
Jørg hat geschrieben:Und wieviel Schweine wurden gestern in D geschlachtet?
Wo bleibt diese Nachricht, ich bin einfach sprachlos!
Es werden auf jeden Fall immer weniger Schweine geschlachtet; und zwar genau dank der Proteste und öffentlichen Debatten sowie der Veröffentlichung der Bilder von skandalösen Haltungszuständen und grausamen Schlachthofszenen.
Auch das Konsumverhalten der Verbraucher in Deutschland hat sich verändert - es wird einfach weniger Fleisch gegessen. "Wir sind mittlerweile auf dem drittletzten Platz in Europa, was den Fleischverbrauch angeht; also die vegane und vegetarische Ernährung ist voll auf dem Vormarsch." [...] Landwirt Teepker hofft auf Lösungsansätze wie im Nachbarland Niederlande. Dort werden Ausstiesgprämien an Schweinehalter gezahlt, die auf eine andere Form der Landwirtschaft umsteigen.

ZDF Mittagsmagazin, Interviewpartner Albert Hortmann-Scholten, Marktexperte Landwirtschaftskammer Niedersachsen, 15.09.2021: Schweinefleisch zum Schleuderpreis - Krisengipfel mit Ministerin Klöckner https://www.zdf.de/nachrichten/zdf-mitt ... 1-100.html
Die jungen Mitteleuropäer
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Re: Tötung von mehr als 1400 Delfinen vor den Färöer Inseln

Beitrag von Die jungen Mitteleuropäer »

Auf den Färöern, wo viel Grindwal-Fleisch verzehrt wird, liegen gemäß einer Studie die Blut-Quecksilbergehalte der Bevölkerung über den Grenzwerten. Dies führt zu Lernschwierigkeiten, Sprachstörungen und Beeinträchtigungen der Motorik, da das organische Quecksilber das Hirn schädigt.

Politikken, 31.08.2006: Grønland virker som en magnet på kviksølv https://politiken.dk/viden/art4895224/G ... ks%C3%B8lv
Auch interessant im Zusammenhang, warum das so ist:
Der Wind bläst das Quecksilber in arktische Regionen, wo es herabfällt und in die Nahrungskette gelangt. Die dabei in den menschlichen Organismus gelangenden hohen Konzentrationen erhöhen das Risiko für nachteilige Beeinrächtungen von Lernfähigkeit und Motorik.
Das erklärt die Umweltchemikerin Britta Tang Sørensen von Danmarks Miljøundersøgelser, die an Bord der Vædderen die Quecksilberverunreinigungen entlang der kompletten Galathea 3 Expeditionsroute untersucht hat.
[...] Als die Vædderen ins südliche Grønland einfuhr, maßen die Forscher zehnmal so viel Quecksilber in der Luft wie üblich. [...] Die bedeutendste Quelle für den Quecksilbereintrag in die Luft sind die Kohlekraftwerke. Quecksilber kommt natürlicherweise in Kohle vor. Bei ihrer Verbrennung wird es freigesetzt und in der Luft verteilt. [...] Die Grönländer [...] haben das Pech, dass die Natur in ihrer Umgebung wie ein Magnet auf den gefährlichen Stoff wirkt. Quecksilber hat eine Lebensdauer von bis zu einem Jahr, wo es sich überall verteilen kann. Aufgrund der Eisschichten, die das Meer im Winter in Grönland bedecken, kristallisiert sich das Meersalz und legt sich auf den Eisdecken ab. Mit dem Frühling und dem zunehmenden Tageslicht wird das Meersalz an die Luft abgegeben, wo das Salz Bromid mit dem Quecksilber reagiert und zu reaktivem Quecksilber wird. Da dieses nur eine Lebensdauer von 10 Stunden hat, kann es nicht großflächig verweht werden, sondern fällt an Ort und Stelle herab. Schmilzt das Eis, verteilt sich das Quecksilber im Meerwasser und sinkt dort zu Boden, wo es von Bakterien in organisches Quecksilber umgewandelt wird - in die giftigste Form, die Quecksilber annehmen kann. "Am Meeresgrund lebende Tiere wie Borstenwürmer oder Schnecken fressen diese Bakterien und reichen das enthaltene organische Quecksilber nach oben in die Nahrungskette weiter, wo es sich in Fisch, Robben, Eisbären und im Menschen anreichert", sagt Britta Tang Sørensen.

Politikken, 31.08.2006: Grønland virker som en magnet på kviksølv https://politiken.dk/viden/art4895224/G ... ks%C3%B8lv
Das Abschlachten der Grindwale ist also nicht nur tierquälerisch und sinnlos, sondern gefährdet auch die Gesundheit der Menschen, sofern es denn überhaupt zum Verzehr kommt - und die Wale nicht nur für die Tonne getötet werden.
Die jungen Mitteleuropäer
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Re: Tötung von mehr als 1400 Delfinen vor den Färöer Inseln

Beitrag von Die jungen Mitteleuropäer »

Weitere interessante Stimmen: Walfang ja, Jagd auf Delfine nein?

Unter der Überschrift Grindefangst werden sowohl Grindwale als auch Delfine gejagt. Die Tradition reicht bis zu den Wikingern zurück. Erste Aufzeichnungen sind auf das Jahr 1584 datiert. Vorzugsweise werden dabei Grindwale bejagt und getötet, aber auch Delfine. Die jetzt getöteten 1428 Delfine waren Weißseitendelfine (hvidskæving, Lagenorhynchus acutus).
Mehrere Politiker meinten, dass es zu viele Delfine gewesen seien und die Schlachtung sich unnötig lange hingezogen habe. Der Fischereiminister der Färöer-Inseln weist die Kritik zurück. "Soweit ich unterrichtet bin, wurde jedes einzelne Tier auf verantwortungsvolle Weise getötet", so Jacob Vestergaard im öffentlich-rechtlichen Kringvarp Føroya. Die seit Jahrhunderten bestehende Tradition der Jagd auf Delfine und Wale in nordatlantischen Gewässern wird als grind bezeichnet. Der Walfang trägt zu einem Teil der Lebensmittelversorgung der heimischen Bevölkerung bei. Nach dem aktuellen Vorfall fürchtet der Vereinsvorsitzende des Walfangvereins, Olavur Sjurdarberg, um den Ruf der Inselgruppe. "Wir sollten nicht vergessen, dass wir nicht allein auf dieser Welt leben. Im Gegenteil, die Welt wird immer kleiner, wo jeder mit einer Kamera in der Tasche rumläuft. Was die Grindjagd anbelangt, ist das ein gefundenes Fressen für alle, die uns schaden wollen." [...] Sjúrður Skaale, einer der beiden Folketingsabgeordneten, die auf den Färöern gewählt worden sind, betrachtet die Situation mit Sorge. Am Tag nach den Delfintötungen war er selbst am Strand und glaubt, dass die Sache Konsequenzen nach sich ziehen könnte. Nach seiner Aussage seien einfach zu wenige Delifinjäger am Strand gewesen, um die vielen in die Bucht getriebenen Delfine zeitnah zu schlachten. Die Situation sei außer Kontrolle geraten, da es viel zu lang gedauert habe, bis die Delfine getötet worden seien. "Eine klare Mehrheit ist der Auffassung, dass die Sache falsch gelaufen sei und sich nicht wiederholen dürfe. Das kann unseren Export teuer zu stehen kommen, wenn es von denen ausgenutzt wird, die uns schaden wollen." Er sei grundsätzlich für eine Bejagung und Tötung von Delfinen, solange dieses auf "humane Weise" geschehe. Das sei am Sonntag nicht der Fall gewesen.
Sveinur Trondarson, Chefredakteur der Zeitung Dimmalætting, ist der Meinung, dass der Vorfall zum Ende der traditionellen Delfinjagd in den Gewässern um die Färöer führen könnte.


TV2 Nyheder, 15.09.2021: Minister forsvarer drabet på 1428 delfiner https://nyheder.tv2.dk/samfund/2021-09- ... 8-delfiner
Touri
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Re: Tötung von mehr als 1400 Delfinen vor den Färöer Inseln

Beitrag von Touri »

Vielen Dank für die weiterführenden und fundierten Informationen.

Touri
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Re: Tötung von mehr als 1400 Delfinen vor den Färöer Inseln

Beitrag von Touri »

Laut Regierungschef Bárður á Steig Nielsen soll die Tötung von 1400 Delphinen Anlass einer Überprüfung sein.
Nach färöischen Zählungen wurden 2020 insgesamt 576 Grindwale sowie 35 Weißseitendelfine getötet. Die Zahl von über 1400 getöteten Delfinen ist also außergewöhnlich hoch.
Zudem sei die Jagd auf Weißseitendelfine sei nicht im selben Maße in der Tradition der Färöer-Inseln verwurzelt wie die auf Grindwale und habe nicht dieselbe kulturelle Legitimation.

Man darf gespannt sein, welche Konsequenz dieses Statement bzw. die angekündigte Überprüfung haben wird.
Hendrik77
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Re: Tötung von mehr als 1400 Delfinen vor den Färöer Inseln

Beitrag von Hendrik77 »

Die jungen Mitteleuropäer hat geschrieben: 16.09.2021, 17:12 Die Grindwaljagd ist selbst auf den Färöern mittlerweile heftig umstritten. Und natürlich wird die Außendarstellung gegenüber dem Rest der Welt nicht schulterzuckend ignoriert. Hier schaden wenige ewiggestrige Menschen unter dem Deckmantel einer überholten "Tradition" aus der Wikingerzeit den Tieren, der Natur, der Gesundheit der Mitmenschen, an die man ja so "großzügig" das Walfleisch verschenkt (offenbar will es ja auch niemand kaufen) und dem Ansehen einer ganzen Nation.
Die Tötung von 1.428 Delfinen führt zu massiver Debatte auf den Färöer Inseln
Die Debatte auf der Inselgruppe, vergangenen Reaktionen vom Rest der Welt und die bisherigen Analysen des Walfleisches hat nicht verhindert was dieses Jahr passiert ist wie u.a. die zahlreiche Tötung von Walen / Delfinen. Ich bin der Meinung das ein ablassen von den bisherigen Traditionen eh von den Färöern selbst kommen sollte und eine Verordnung z.B. von Dänemark nicht sinnvoll ist. Das dies das Ansehen einer ganzen Nation schadet mag kurzfristig evtl. zutreffen, aber langfristig halte ich das für stark übertrieben. Das z.B. Dänemark auf die Außendarstellung wenig gibt zeigt sich u.a. bei der Flüchtlingspolitik.
Bevor ich jetzt die moralische Keule schwinge überdenke ich erstmal mein eigenen Fleischkonsum, denn den kann ich ggf. ändern. Das angebotene Billigfleisch wurde sicherlich auch nicht unter dem Aspekt des Tierwohls produziert.
Med venlig hilsen
Hendrik77
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gerdson
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Re: Tötung von mehr als 1400 Delfinen vor den Färöer Inseln

Beitrag von gerdson »

Die jungen Mitteleuropäer hat geschrieben: 16.09.2021, 17:12 ... Hier schaden wenige ewiggestrige Menschen unter dem Deckmantel einer überholten "Tradition" aus der Wikingerzeit den Tieren, der Natur, der Gesundheit der Mitmenschen, an die man ja so "großzügig" das Walfleisch verschenkt (offenbar will es ja auch niemand kaufen) und dem Ansehen einer ganzen Nation....
Zum Nachdenken bitte - Deine Bemerkung strotzt von Arroganz, kulturellem Unverständnis und ist ein typisch "mitteleuropäischer" Ausdruck (spät-)kolonialer Überheblichkeit gegenüber den "ungebildeten Wilden". Es steht uns nicht zu, hierüber zu richten, das sollten wir getrost den Færingern selbst überlassen. Das können die auch.

Ansonsten sind wir uns ja einig. Wie das so mit denen durchgehen konnte lässt einen ziemlich fassungslos zurück. Die haben weder sich selbst einen Gefallen getan, werden vermutlich die "Erträge" nicht nutzen können ehe sie verderben, und zu Tierquälerei nach unserem Verständnis ist es auch noch gekommen.

Man muss nebenbei bemerken, dass Delfine mit ihren kleineren Verwandten, den Tümmlern, auch nicht gerade zimperlich umgehen (da kann man getrost von "zu Tode quälen" sprechen), und Orca's genüsslich die Kälber ihrer größeren Walverwandschaft auffressen, noch dazu bei lebendigem Leibe. Denn so ein ein paar Tonnen schweres Walkalb stirbt ja auch nicht gleich, nur weil ihm ein Orca ein großes Stück Fett und Muskelmasse aus der Flanke reißt... die Natur ist grausam, und ich bin der Ansicht, dass wir als Menschen uns auch getrost als Teil derselben einreihen können. Die Fangart an für sich (also Tiere in die Enge treiben, sie dann einzeln töten) mag insbesondere Veganern und Vegetariern komisch vorkommen, ist aber per se auch nicht schlimmer als andere Arten, tierischem Leben ein Ende zu bereiten. Ethisch bleibt es immer ein Dilemma, aber mit diesem muss bitte schön jeder für sich (!) fertig werden.
Tatzelwurm2
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Re: Tötung von mehr als 1400 Delfinen vor den Färöer Inseln

Beitrag von Tatzelwurm2 »

Und wieviel Schweinswale in Nord- und Ostsee in den
Schleppnetzen der deutschen Trawler als Beifang landen ,
zählt auch keiner und keiner berichtet darüber

Detlef
Loreley
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Re: Tötung von mehr als 1400 Delfinen vor den Färöer Inseln

Beitrag von Loreley »

Oder wer denkt schon darüber nach wenn er Thunfisch aus der Dose oder aus der Kühltheke im Aldi oder beim Italiener eine Thunfischpizza ordert dass Thunfische mit bis zu 60 km langen Einweg-Treibnetzen aus Nylon gefangen werden in denen sich unzählige Delphine aber auch Haie, Robben, Meeresschildkröten und Seevögel verfangen und dann elendig ertrinken? Zudem werden diese Treibnetze nach dem Fang nicht eingeholt sondern einfach dem Meer überlassen wobei das Delphinsterben dann weitergeht.
Eigentlich sind diese langen Treibnetze in den meisten Ländern heute verboten, kommen aberimmer noch vor. Wo kein Kläger da kein Richter.
Und wer weiß schon wie sehr Schweine in einem "modernen" Schlachthof bis zu ihrem Tod leiden müssen oder zehntausende von Hunden beim jährlichen Hundeschlachtfest in China oder...

Wer all diese unschönen Dinge im Hinterkopf hat ändert ja vielleicht ein wenig seine Essgewohnheiten und achtet beim Einkauf von Fleisch und Fisch nicht nur auf den Preis.
BLAVANDS HUK
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Re: Tötung von mehr als 1400 Delfinen vor den Färöer Inseln

Beitrag von BLAVANDS HUK »

Wird da gerade versucht die ,, Fangmethoden" deren Ergebnisse und Sinn oder besser Sinnfreiheit dieses,, Abschlachten für nix!" zu relativieren?
Wale sind keine Fische!
Was da passiert ist hat mit Fischerei nichts zu tun!
Typisch kommerzielle Fischerei: Wir säen nicht wir ernten nur! In diesem Fall Säugetiere für die Tradition und die Mülltonne!
Das erinnert an die Praktiken australischer Pferdeschlachtereien. EU konformes Pferdefleisch! Kann man sich auf YouTube ansehen.
Es gibt nichts was so etwas rechtfertigen kann!