Auswandern als Rentner

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Rasmine
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Re: Auswandern als Rentner

Beitrag von Rasmine »

Pippilotta hat geschrieben: 04.06.2024, 18:30 ich hatte vor nicht allzu langer Zeit eine Freundin zu Besuch, die auch als Rentner nach DK auswandern wollte. Sie fühlte sich plötzlich schlecht und klappte zusammen. Ich habe den Notarzt gerufen und sie ins Krankenhaus begleitet. Da sie weder Dänisch noch Englisch sprechen konnte und am Wochenende kein Personal da war das Deutsch sprach, habe ich alles für sie übersetzt. Stellt euch vor wie das ist in ein Krankenhaus zu kommen und dann die Sprache des Landes nicht zu verstehen - das ist alles andere als angenehm. Meine Freundin bekam Panikattacken als sie hörte dass sie dort die Nacht verbringen sollte.

Wenn du in DK dich nicht mehr selbst versorgen kannst, kommt ein Pflegedienst vorbei und hilft dir beim allernötigsten. Du kannst nicht selbst bestimmen dass du ins Pflegeheim möchtest, sondern musst einen Antrag bei der Kommune stellen. Die entscheidet ob du dorthin darfst oder nicht. Du wirst solange es irgend geht zuhause gepflegt, da Heime sehr teuer sind und die Kommunen sparen müssen. Mein Schwiegervater wollte gerne ins Pflegeheim, da er aufgrund von Parkinson gar nichts mehr zuhause machen konnte. Es hat 2 Jahre gedauert, bis er endlich einen Platz bekommen hat.

Wichtige Pflegemittel dauern oft ewig bis du sie genehmigt bekommst, wenn überhaupt. In den regionalen Zeitungen stehen andauernd Artikel über Menschen denen ein Rollstuhl, behindertengerechtes Fahrzeug, andere Hilfsmittel abgelehnt wurden.

Dänemark ist sehr abhängig von digitalen Lösungen. Ich kenne mehrere Fälle wo bei Ausländern die MitID nicht funktioniert hat und es monatelang dauerte bis das Problem behoben war. In der Zwischenzeit ging gar nichts, kein Onlinebanking, keine e-boks,...

PS: das ist keine Schwarzmalerei sondern das sind persönliche Erfahrungen. Ich wünsche euch dass alles so glatt geht wie bei Dina, aber meine persönliche Erfahrung sagt mir, dass das leider eher die Ausnahme ist.
Das ist schon sehr schwarz gemalt. Nun mal die neue Realität: Hier in Deutschland bekommst du KEINEN Platz im Pflegeheim, wenn du ihn nicht schon 10 Jahre vorher reserviert hast. Und du musst ihn auch bezahlen können! Das schaffen nur die wenigsten. Du wirst auch bis zuletzt zuhause gepflegt; und wenn das nicht die Familie kann, musst du dich SELBST um alles kümmern. Das macht keine Kommune, keine Krankenversicherung automatisch! Diese Zeiten sind seit 20 Jahren vorbei. Ich habe meine Eltern gerade verloren und sehe viele Bekannte und Kollegen, die sich aktuell mit nichts anderem als kranken Eltern beschäftigen. Da verhungern, verkeimen, verdursten gerade viele Menschen.

In deutschen Krankenhäusern wirst du auch als alter Kranker zeitnah entlassen und darfst dich um Reha oder ums reine Überleben SELBST kümmern; auch (und gerade) als Privatversicherter (Beamter) ist dies eine Zumutung; insbesondere, wenn man nichts mehr richtig kann. Kassenpatienten haben es diesbezüglich sogar leichter.
Nun hat nicht jeder einen Partner und ist komplett allein: dann bist du komplett allein. So wie ich. Und auch ein Paar kann ganz schnell alleine enden: Tod, neue Liebe (ja, auch nach 40 Jahren immer wieder zu sehen), Trennung.

Auch hier ist mittlerweile ALLES digital: Beihilfen, Krankenversicherungen, Ärzte, Apotheken. E-Rezepte, Online-Terminbuchungen; ans Telefon geht kaum noch eine Arztpraxis. Durchgangsambulanzen (116117) sind meist nicht erreichbar, wenn man sie braucht.
Der EINZIGE Vorteil deutscher Medizin im Vergleich zu dänischer ist, dass es mehr Auswahl an guten Medikamenten gibt und man zeitnaher geplante OPs bekommen kann. Daher sind die Flensburger Kliniken mit dänischen Patienten deutscher Auswanderer-Herkunft überfüllt. Und man als Deutscher in Schleswig-Holstein dann nach Husum, Schleswig, Kiel, Lübeck oder Hamburg ausweichen darf. Alles schon mir und meinen Kids regelmäßig passiert.

Online-banking, Online-Buchungen, alles ist auch in DE am Start. Egal, ob Rathaus, KfZ Zulassung, alles geht hier auch nur noch digital. Also, das kann nicht mehr abschrecken.

Wenn Dänemark so ein Traum ist; wieso kaufen dann alle immer nur in Süderlügum oder Harrislee ein? Billiges Haus ist momentan das einzige Argument, scheint es. Evtl. noch das Schulsystem. Das freut die dänischen Makler und Verkäufer, aber seien wir ehrlich: als Urlauber haben sie uns lieber. :wink:
Alle Tage sind gleich lang. Nur unterschiedlich breit.
Rasmine
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Re: Auswandern als Rentner

Beitrag von Rasmine »

Amylynn hat geschrieben: 04.06.2024, 21:59 Danke erstmal für die vielen Kommentare:) bei manchen frage ich mich nur...wenn alles so schwierig und schlimm und teuer ist, warum habt ihr es dann gemacht? Mein Mann und ich sind jetzt 40 Jahre verheiratet und wir sind schoneinmal sozusagen ausgewandert, zwar nur von Ost nach West aber da hatten wir nur zwei kleine Kinder an der Hand und fünf Koffer. Wir haben uns dann hier viel aufgebaut und haben nie geklagt. Wir haben es halt angepackt. Noch sind wir nicht in Rente, frühestens in zwei Jahren, uns hat es halt schon immer ans Meer gezogen jeder Urlaub ging mit wenigen Ausnahmen ans Meer, es ist ein Lebenstraum von uns am Meer zu wohnen. Beruflich war das die ganzen Jahre nicht möglich. Und als Rentner ein Haus in Deutschland an der Ostsee zu kaufen lasse ich jetzt mal unkommentiert. Dänemark ist für uns bezahlbar, die Schwierigkeiten bei der ärztlichen Versorgung kann ich nicht nachvollziehen. Wenn ich in Dänemark zum Arzt gehe rechnen die Ämter mit den Kassen in Deutschland ab. Da mein Mann und ich privat versichert sind sehe ich eigentlich noch weniger Hürden. Das soll jetzt nicht arrogant klingen aber jeder weiß das Ärzte den 3,5 fachen Satz gegenüber GKV abrechnen und das wird in Dänemark bei Leuten wo in Deutschland abgerechnet wird, wahrscheinlich auch nicht anders sein. Und sprachliche Barrieren, ja okay, zumindest kann ich ein bißchen Englisch und werde natürlich auch versuchen dänisch zu lernen. Wir möchten auch nicht nach Dänemark um einen großen Freundeskreis aufzubauen, gutes Auskommen mit den Nachbarn reicht uns. Wir lieben es eher ruhig😉 es ist unser Lebensabend den wir in Ruhe verbringen wollen. Und nicht zuletzt macht uns die politische Situation und die Situation im Land hier Angst
Eigentlich verstehe ich nicht, wieso ihr nach DK auswandern wollt. Nur wegen der Ostsee? Dann kann ein ehemaliger DDR-Bürger doch auch in Polen alles finden; EU, Sprache ist euch eher vertraut, einsame tolle Strände und Wälder, billigste Kosten, viel Pflegepersonal.
Oder Finnland. Schweden. Alles unkomplizierter und günstiger. Und wenn man mal auf die Landkarte guckt: nicht weit weg....
So. Ärzte, noch einmal. Man kann eben nicht so einfach zum Arzt gehen, wie in Deutschland. Steht hier ausreichend drin überall im Forum. Abrechnen mit deutschen Kassen ist zeitaufwendig und nicht komplikationslos. Schon erstaunlich, was die erstmal alles nicht anerkennen wollen. Privat eher noch schlimmer.

Ich liebe ja den Vorschlag: lebt den Sommer im Ferienhaus am Meer. Nach 3 Monaten reicht es meistens und man freut sich auf die Heimat. Und kann sich an seinen Kids erfreuen usw. Ich hab viele Jahre am Strand im Sommer gearbeitet während der Ferien; und ich konnte ewig keinen Sand mehr sehen. Der Sommer ist toll in DK, Luxusferienhäuser auch im Winter; aber ein banales, schlecht isoliertes kleines Haus ganzjährig ohne Freunde: eher trist. In Urlaubsregionen haben die Geschäfte (und Arztpraxen) geschlossen, romantische Inseln werden zur Falle. Große Stadt will man ja auch nicht, wenn man unbedingt am Meer wohnen will; also, es wäre sehr gut zu überlegen.
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KERSTINUNDDIRK
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Re: Auswandern als Rentner

Beitrag von KERSTINUNDDIRK »

Rasmine hat geschrieben: 13.06.2024, 09:01
Amylynn hat geschrieben: 04.06.2024, 21:59 Danke erstmal für die vielen Kommentare:) bei manchen frage ich mich nur...wenn alles so schwierig und schlimm und teuer ist, warum habt ihr es dann gemacht? Mein Mann und ich sind jetzt 40 Jahre verheiratet und wir sind schoneinmal sozusagen ausgewandert, zwar nur von Ost nach West aber da hatten wir nur zwei kleine Kinder an der Hand und fünf Koffer. Wir haben uns dann hier viel aufgebaut und haben nie geklagt. Wir haben es halt angepackt. Noch sind wir nicht in Rente, frühestens in zwei Jahren, uns hat es halt schon immer ans Meer gezogen jeder Urlaub ging mit wenigen Ausnahmen ans Meer, es ist ein Lebenstraum von uns am Meer zu wohnen. Beruflich war das die ganzen Jahre nicht möglich. Und als Rentner ein Haus in Deutschland an der Ostsee zu kaufen lasse ich jetzt mal unkommentiert. Dänemark ist für uns bezahlbar, die Schwierigkeiten bei der ärztlichen Versorgung kann ich nicht nachvollziehen. Wenn ich in Dänemark zum Arzt gehe rechnen die Ämter mit den Kassen in Deutschland ab. Da mein Mann und ich privat versichert sind sehe ich eigentlich noch weniger Hürden. Das soll jetzt nicht arrogant klingen aber jeder weiß das Ärzte den 3,5 fachen Satz gegenüber GKV abrechnen und das wird in Dänemark bei Leuten wo in Deutschland abgerechnet wird, wahrscheinlich auch nicht anders sein. Und sprachliche Barrieren, ja okay, zumindest kann ich ein bißchen Englisch und werde natürlich auch versuchen dänisch zu lernen. Wir möchten auch nicht nach Dänemark um einen großen Freundeskreis aufzubauen, gutes Auskommen mit den Nachbarn reicht uns. Wir lieben es eher ruhig😉 es ist unser Lebensabend den wir in Ruhe verbringen wollen. Und nicht zuletzt macht uns die politische Situation und die Situation im Land hier Angst
Mit wenig Englisch wird das Dänisch lernen schon schwer. Unser Lehrer hat nur Englisch gesprochen. Es sind ja eher wenig Deutsche im Vergleich zu anderen Nationalitäten (jedenfalls im Moment) hier.

Der Hauskauf ist eine Sache, aber die Nebenkosten, inklusive der neuen Steuer müsst Ihr mit bedenken. Weiterhin kostet jeder Handwerker hier pro Std. mindestens 60 Euro. Und, ich hab ja keine Ahnung, wie die Ausbildung zum Elektriker ist, aber ohne unseren Schwiegersohn wäre hier schon alles zusammen gebrochen. Da sind indoorkabel auf dem ganzen Grundstück verlegt - kreuz und quer. Egal, wo Du buddelst, überall liegen Kabel :D

Wir haben noch einige Jahre und denken nicht wirklich über die Zukunft nach. Kommt Zeit, kommt Rat und unser Leitspruch war schon immer: Am Ende wird alles gut, ist es noch nicht gut, ist es noch nicht das Ende

Ich wünsche Euch von Herzen, dass Euer Traum in Erfüllung geht und Ihr nicht bereut, alle Zelte abgebrochen zu haben. Ich glaube, an Eurer Stelle würde ich wirklich versuchen, erst einmal zu mieten und zu gucken, wie das wirkliche Leben, abseits des Urlaubes, Euch gefällt und noch nicht alles zu verkaufen. Die Winter sind hier sehr hart und die Realität holt hier so Einige ein. Wir haben schon immer auf dem Land gelebt und durch unsere Arbeit auch viel Kontakt zu Deutschen, die hier Urlaub machen. Alle, wirklich alle, sind unzufrieden, viele würden auch gern auswandern, aber letzten Endes ist es ein Cut - weg von Familie, Freunden, Gewohnheit und es verlangt wahnsinnigen Ehrgeiz, alles durchzuziehen, manchmal echt auch einen langen Atem. Du musst es wirklich wollen, dann lernst du Dänisch, dann lernst Du Dich anzupassen. Aber je älter Du wirst, desto schwerer ist es und da kannst Du als Rentner noch so gut drauf sein, wir Alten müssen halt einräumen, dass wir alt sind. Ich bin jetzt 56 und mit 65, als deutscher Rentner hätte ich das nicht gewuppt, niemals.

Was noch ist, jede Kommune, jeder Arzt, jeder Tierarzt - alle haben einen Anrufbeantworter auf dänisch und englisch. Den musst Du erstmal überwinden. Ich mach heute noch die Telefonate für die Kinder. Unsere Kinder sind nach Kopenhagen gezogen, u. a. , weil da in den Firmen wirklich nur englisch gesprochen wird, weil die Mitarbeiter in ihren Firmen von der ganzen Welt kommen und eher die Dänen in der Unterzahl sind. Vielleicht wär Kopenhagen ja was für Euch. Das ist sozusagen nicht Dänemark - sagen unsere Freunde.
Callista
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Re: Auswandern als Rentner

Beitrag von Callista »

Amylynn hat geschrieben: 04.06.2024, 21:59
uns hat es halt schon immer ans Meer gezogen jeder Urlaub ging mit wenigen Ausnahmen ans Meer, es ist ein Lebenstraum von uns am Meer zu wohnen. Beruflich war das die ganzen Jahre nicht möglich.
...
Wir möchten auch nicht nach Dänemark um einen großen Freundeskreis aufzubauen, gutes Auskommen mit den Nachbarn reicht uns. Wir lieben es eher ruhig😉 es ist unser Lebensabend den wir in Ruhe verbringen wollen.
Und nicht zuletzt macht uns die politische Situation und die Situation im Land hier Angst
Als ich diese Formulierungen zum 1. Mal las, kam mir in den Sinn: das klingt nach einer großen Sehnsucht nach immerwährendem Urlaub. Nie mehr Ferien abbrechen müssen, weil die Urlaubstage so begrenzt sind, sondern sich irgendwo in schöner Umgebung mit guter Luft dauerhaft eine Insel und ein Nest schaffen, um dort in Ruhe gemeinsam alt zu werden.

Auch wir haben, als wir noch berufstätig waren, vom Auswandern in unsere 🇩🇰 Lieblings-Urlaubsgegend geträumt, sobald wir das Pensionsalter erreicht hätten. Wir fühlten uns gesund und fit genug, das alles in Angriff zu nehmen und zu organisieren.

Letztendlich haben wir dann doch eine andere Lösung gewählt (= häufige + lange Urlaube in DK). Zu groß erschien dann doch das Risiko, alle Zelte in der Heimat komplett abzubrechen. Hinzu kommt die Erfahrung, dass Gesundheit, Fitness, Ausdauer und Energie mit zunehmendem Alter leider doch instabiler und fragiler werden - auch wenn man sich das gar nicht vorstellen kann, wenn man topfit ist.
steelfarmer
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Re: Auswandern als Rentner

Beitrag von steelfarmer »

Nachdem wir jahrelang in DK unseren Urlaub verbracht haben, haben wir uns vor 2,5 Jahren entschlossen ein Ferienhaus zu kaufen. Wir sind unglaublich glücklich, aber der Aufwand bzgl. Sondergenehmigung etc. war echt stressig und wir würden es kein 2. Mal machen. Obwohl ich beruflich nicht Standort gebunden bin, arbeite ich nur in den wärmeren Monaten von DK aus. Die letzten Winter waren wir nur sporadisch im Haus, da Dunkelheit, Wetter und Kälte nicht unbedingt zum Urlaubsfeeling beitragen.
Ich kann mir im Alter nicht vorstellen ganz nach DK zu ziehen, obwohl wir es baulich (Flexbolig) könnten.
Ich denke es läuft auf Hälfte/Hälfte hinaus, im Winter in D und im Sommer in DK. Aber solche Entscheidungen sind immer Personen und ortsabhängig.
Was richtig toll ist, das wir schon viele neue Freunde in Dänemark gefunden haben, dadurch wird das sprachliche lernen leichter. Ich wünsche Euch jedenfalls viel Erfolg bei Eurem Vorhaben. Man lebt nur einmal, das sollte man nicht vergessen 😊
goertzie
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Re: Auswandern als Rentner

Beitrag von goertzie »

steelfarmer hat geschrieben: 14.06.2024, 12:02 Nachdem wir jahrelang in DK unseren Urlaub verbracht haben, haben wir uns vor 2,5 Jahren entschlossen ein Ferienhaus zu kaufen. Wir sind unglaublich glücklich, aber der Aufwand bzgl. Sondergenehmigung etc. war echt stressig und wir würden es kein 2. Mal machen. Obwohl ich beruflich nicht Standort gebunden bin, arbeite ich nur in den wärmeren Monaten von DK aus. Die letzten Winter waren wir nur sporadisch im Haus, da Dunkelheit, Wetter und Kälte nicht unbedingt zum Urlaubsfeeling beitragen.
Was war denn so stressig an der Sondergenehmigung? Ich hab den Antrag ausgefüllt, Belege für die Verbundenheit beigefügt und nach Aufforderung noch weitere Belege eingereicht. Genehmigung bekommen. Oder meinst du das ganze mit Hauskauf, CPR, Konto, MitID?
Wir sind sehr oft oben, auch im Winter. Aber muss man mögen. Und wir liegen außerhalb des Feriengebiets und haben super Nachbarn.
Viele Grüße
Petra
Callista
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Re: Auswandern als Rentner

Beitrag von Callista »

@ steelfarmer: würde mich auch interesseren: was empfandest Du als stressig und warum würdet Ihr es kein 2. Mal machen?
steelfarmer
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Re: Auswandern als Rentner

Beitrag von steelfarmer »

Wir haben die allgemeine Genehmigung vom civilstyrelsen bekommen und haben dann in aller Ruhe ein Haus gesucht. Unser Traumhaus wurde gefunden (allerdings kein Sommerhaus sondern ein Ganzjahreshaus) und musste dann nochmal von cicilstyrelsen genehmigt werden. Vorher muss aber noch die Kommune eine Zustimmung bzgl. Umwidmung in ein flexbolig erteilen. Dies wurde wohl mündl. dem civilstyrelsen von der Kommune mitgeteilt. Dann kam die Genehmigung, mit der Auflage die Kommune muss noch schriftlich bestätigen. Jetzt waren aber noch andere Personen an der Immobilie interessiert und es musste etwas schneller gehen. Unser dänischer Anwalt empfahl den Kaufvertrag zu unterschreiben, was wir dann taten. Das Geld floss und der Grundbucheintrag konnte nicht erfolgen, da von der Kommune nur die mündl. Genehmigung vorlag. Bange 8 Tage warten und dann war alles geregelt. Wäre diese Genehmigung nicht gekommen hätte innerhalb eines halben Jahres wieder verkaufen müssen.
CPR, Bankkonto, MitID und NemID hingegen waren sehr unkompliziert.
goertzie
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Re: Auswandern als Rentner

Beitrag von goertzie »

Wir haben auch ein flexbolig und mussten die Genehmigung der Kommune einholen. Das geht nur als Eigentümer, aber wir haben schon vorher Kontakt aufgenommen und in dem Moment, wo alles fest war, Bescheid gegeben, dass wir jetzt Eigentümer sind und dann kam sofort die Genehmigung.
Allerdings hatte das nach knapp eineinhalb Jahren dann noch ein Nachspiel. Es würde vergessen, das Haus als flexbolig einzutragen und civilstyrelsen forderte mich auf, entweder nach DK zu ziehen, um die Wohnpflicht einzuhalten, oder zu verkaufen. Hab dann nach dem ersten Schreck die Genehmigung an civilstyrelsen geschickt und am nächsten Tag eine Entschuldigung bekommen und dass ich den Brief vergessen sollte.
Viele Grüße
Petra
NTC
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Re: Auswandern als Rentner

Beitrag von NTC »

Hm, also das war bei mir damals alles kein Problem. Ein Haus hatte ich schon beim Makler ausgemacht. Unterlagen bei Civilstyrelsen für dieses Haus eingereicht, 10 Wochen gewartet (war mitten in der Coronazeit Anfang 2020) und die Genehmigung bekommen mit der Auflage die Kommune zu fragen, ob das Haus als „Secondary House“ genutzt werden darf. Die Kommune angeschrieben und die Mail nach wenigen Tagen erhalten. Anmeldung für CPR etc hat alles der Makler für mich gemacht (hatten einen Deutschen Mitarbeiter extra für Deutsche Käufer).
Das einzige was ein bisschen gedauert hat, war eine Bank zu finden, die mir ein dänisches Bankkonto ermöglicht. Durch Corona-Reisebeschränkungen nicht gerade einfacher.
Habe dann schließlich bei der Sydbank ein Konto bekommen.
Also letztlich war der Hauskauf im Vergleich zu Deutschland extrem unkompliziert.
Alle Häuser, die der Makler am deutschen und norwegischen Markt anbietet, sind von der Kommune schon als Zweitwohnsitz/flexbolig zugelassen. Kommune Jammerbucht hat in den ländlichen Orten 8-15 Kilometer von der Küste entfernt viel Leerstand und sind froh, wenn die Häuser bezogen/verkauft werden, anstatt zu verfallen.
dina
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Re: Auswandern als Rentner

Beitrag von dina »

Es scheint wohl immer leichter zu werden mit dem Hauskauf für deutsche die hier nicht leben.
Habe gestern mit einer Besucherin im Heim gesprochen, die mir erzählt hat das alleine in ihrem kleinen Dorf 5 in der letzten Zeit 5 Häuser an deutsche verkauft wurden. Sie fand es schade dass sie so gar keinen Kontakt haben weil die "neuen" kein dänisch sprechen.
Es sind wohl hauptsächlich ältere/Rentner.
dina
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Re: Auswandern als Rentner

Beitrag von dina »

Das habe ich gerade gesehen, ist kurz und knapp erklärt, vielleicht hilfreich?
https://www.fr.de/verbraucher/ruhestand ... 21800.html
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MBPUNKT
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Re: Auswandern als Rentner

Beitrag von MBPUNKT »

dina hat geschrieben: 16.06.2024, 12:02 Sie fand es schade dass sie so gar keinen Kontakt haben weil die "neuen" kein dänisch sprechen.

Jeder ist Ausländer, ... fast überall !

Dies ist nur so eine Smalltalk-Bemerkung, die mir jedoch bei vielen Beiträgen dieses Threads immer wieder mal durch den Kopf schießt.

Es wäre interessant von euch Auswanderern zu erfahren, ob die Mehrheit der Dänen tatsächlich nur von den "Neuen" spricht oder eher auch von den "Ausländern", ... eventuell sogar verbunden mit allen Vorbehalten gegenüber Ausländern, die viele hier in Deutschland auch haben.
Ich kann mich ärgern, bin aber nicht verpflichtet dazu :!:
dina
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Re: Auswandern als Rentner

Beitrag von dina »

MBPUNKT hat geschrieben: 16.06.2024, 12:32

Jeder ist Ausländer, ... fast überall !

Dies ist nur so eine Smalltalk-Bemerkung, die mir jedoch bei vielen Beiträgen dieses Threads immer wieder mal durch den Kopf schießt.

Es wäre interessant von euch Auswanderern zu erfahren, ob die Mehrheit der Dänen tatsächlich nur von den "Neuen" spricht oder eher auch von den "Ausländern", ... eventuell sogar verbunden mit allen Vorbehalten gegenüber Ausländern, die viele hier in Deutschland auch haben.
Ich erlebe es eigentlich so, dass von Dänen mit eher nationalistischer Einstellung, die auch bestimmte Parteien wählen, ganz klar unterschieden wird zwischen (West) europäischen Zuzüglern und denen mit anderem kulturellen Hintergrund und Hautfarbe.
Bei den hellhäutigen Europäern ist entscheidend, wie gut sie dänisch sprechen und ob sie arbeiten natürlich.
Beruflich habe ich ja mit Menschen zu tun, die noch die Besetzung erlebt haben, Ablehnung deshalb habe ich nur ganz selten erfahren, und nach näherem Kontakt hat sich das auch ganz schnell erledigt.
Sprache ist DER Schlüssel.
Wenn man aber einen komplett anderen kulturellen und religiösen Hintergrund hat ist es sicher sehr viel schwerer in die Gesellschaft reinzukommen.
dina
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Re: Auswandern als Rentner

Beitrag von dina »

Ich bezeichne es übrigens nach wie vor nicht als "Auswandern" sondern als Umzug in ein Nachbarland der EU.
Auswandern ist für mich ein anderer Kontinent, eine andere Kultur, absolutes Neuland.

Was mich oft wundert ist, das hier von den langen, harten Wintern geschrieben wird, die man bedenken sollte. Dann denke ich immer an Nordnorwegen oder Schweden.
Die grauen verpissten Winter hier unterscheiden sich nicht so besonders von denen die ich aus Berlin kenne, und ich war ja auch schon vor dem Umzug oft im Winter hier.